Montag, 21. August 2017

Wie ein Schmetterling im Käfig

Fast in einem Rutsch hab ich das Buch von Frauke Bielefeldt durchgelesen.
So herzlich, warm und liebevoll, dass einem nur das Herz aufgehen kann.
Wenn man noch bedenkt, dass diese Frau seit 23 Jahren(!) mehr oder weniger nur noch im Bett liegen kann, aufgrund dem chronischen Erschöpfungssyndrom, bekommt man nur noch Gänsehaut weil so gar kein Groll oder Bitterkeit zu lesen ist.

Zudem gespickt mit ganz goldigen Tipps und hilfreichen Anstößen. Da merkt man einfach, dass die Frau selbst Betroffene ist.
Manches mal konnt ich nur nicken: zum Thema Ärzte und natürlich auch soziales Umfeld. Ich fühlte mich durch und durch verstanden!

Frau Bielefeldt studierte Theologie und so gibt es auch ein Kapitel Krankheit und Gott (relativ kurz, denn obwohl ich damit recht wenig anfangen kann, hab ich es auch gelesen, geschadet hat es sicher nicht).

Ich möchte das Buch gerne weitergeben und verschenken.
Wer Interesse hat, hinterlässt einfach einen Kommentar.
Melden sich mehrere Leute entscheidet das Los.

Samstag, 19. August 2017

Schöne Begegnung

Gestern bei P. wars toll.
Zumal wir wirklich Zeit für uns hatten, da ihre Kinder (die meiste Zeit) außer Haus waren.
So klar, ruhig und bestimmt wie sie war (hat große Entscheidungen getroffen wie sie in Zukunft leben möchte, was bedeutet, dass sie sich von ihrem Mann trennt und dafür ins Berufsleben wieder einsteigt) so war es auch der Hund.
Ein 10 Monate alter Labrador der nicht aufgeregt aufspringt und den neuen Besuch beschnüffelt....ist sehr bemerkenswert.
Ich hatte das Gefühl Cesar Milan war vor mir zu Besuch da.
Ganz ruhig kam er erst nach ein paar Minuten zu mir und beschnüffelte erst meine Tasche, dann mich. Ich sah und sprach ihn nicht an.
Um eine halbe Stunde später heftig zu kuscheln :-))
Mit Rüden hab ich so meine Probleme. Die sind mir meist zu ruppig und aufdringlich. Nicht so dieser. Ein Schatz!
Mal sehen, vielleicht darf ich ihn mir mal (oder regelmäßig) ausleihen.
Hundespaziergänge vermisse ich sehr...

Es war eine schöne Zeit bei und mit P.
Auch da habe ich das Gefühl, das wir uns wieder ein Stück näher gekommen sind. Wir haben beide ähnliche Wunden. Ähnliches erlebt. Unsere Schwierigkeiten mit anderen Menschen. Aber es wird. Auch sie arbeitet viel an sich, wird sich vielem bewußt und schaut, dass ihre Kinder nicht so beschädigt werden.

https://www.sein.de/authentische-begegnung-mit-deinem-hund/

Freitag, 18. August 2017

Wochenrückblick

- viel besser! Körperlich fitter, da siehts dann auch psychisch auch besser aus!--

- nicht so verträglich: Also das mit dem Milchschaum morgens auf nüchternen Magen ist nicht so der Hit...zuviel Luft und warme Milch, was weiß ich, jedenfalls könnt ich danach gleich wieder ins Bett *gähn*. Macht nix, dann gibts den halt seltener und nur nachmittags.

- gekauft: neue Räucherstäbchen, dieses mal andere Düfte...lecker!!!

-geschafft: große Fahrradrunde im großen Wald, weniger ruhig (weil innerlich eher angespannt) aber sehr sportlich. Dabei entdeckt:

Und dieser weich gepolsterte Baumstumpf sollte eigentlich mein Brotzeitplatz werden (oben bei der Bank hatte ich noch keinen Hunger), aber ich entdeckte einen Holzkasten am Baum (wie eine Brutstätte für Vögel nur dünner) um den Waldhornissen (riesen Viecher!) ein und ausflogen. Das fand ich dann doch etwas unentspannt und zog weiter...


- entdeckt: meine Kopfhaut ist ja leider schon seit Jahren etwas krank, also nur eine Stelle, die dafür etwas größer. Gemerkt, wenn ich die vor dem waschen (auch schon abends davor) mit Kokosöl einschmiere, tut das gut.

- Fragen der Woche:
Schlafen eigentlich Fruchtfliegen?
Und gibt es unter Pferden Homosexualität?

- geärgert und dann auch wieder nicht: ein dringend erwartetes Paket war im Anmarsch. Ich extra daheim geblieben! Jedoch vergessen die Klingel wieder anzustellen. Tja verpasst. Ohman hab ich mich geärgert. Das war Montag. Dienstag dann Feiertag, also nichts mit abholen, dann erst Mittwoch. Man soo dooof.
Dann auch noch gesehen, dass es im Nachbardorf abgegeben wurde! Hä? Wir haben 2 Postfilialen UND 1 Paketstation. Da ich eh noch Post wegbringen musste da mal nachgefragt: is das wirklich so? Warum? Dabei gesagt bekommen: Das Paket können Sie auch heute schon holen, das ist mit Sicherheit schon in der Filiale. Also 5 Kilometer rüber geradelt: ja ich bekam es! Vor lauter Freude spontan bei einer Freundin geklingelt die da wohnt und noch einen sehr lustigen Ratsch bei ihr im Garten genossen.
Dabei auch mit ihrem Obermieter geflirtet. Tat einfach gut.

- Apropo flirten: Hab ja jemand gefunden, der mir seine Bügelwäsche so alle 2 Wochen vorbei bringt. Und WAS das für ein Schnuckel ist *umfall*...so einer zum totalen schwärmen und tagträumen...weil man schon ahnt, dass man an den nicht rankommt. Jedenfalls übe ich mich im flirten mit ihm. Ich kann das tatsächlich schlecht. Bin meist super ernst. Aber einfach flirten, ohne dass dabei was rum kommen müsste oder irgendwas entstehen müsse...da tue ich mich schwer. Und dann noch Smalltalk. Was soll ich den denn fragen, die 2 Minuten wo er mir den Wäschekorb in die Hand drückt und dann zur Arbeit eilt...?

- gelacht: ich hab ne Geldhose!
Mit H. (von der Tafel) nochmal glutenfreie Sachen eingekauft (dabei tiefgefrorene glutenfreie Croissants entdeckt! Ich hab mich SO gefreut! Und heute hab ich festgestellt, dass die auch sehr lecker sind!), wir räumen die Tüte voll, hinter uns bezahlt ein Mann. Da scheppert was aufn Boden und berührt kurz mein Bein. Ich denke: da ist dem Mann Geld ausm Beutel gefallen, schau aufn Boden: nix. Hm...daheim sah ich in dem Saum nach und da lag es: das 50 Cent-Stück! Der Saum ist nämlich etwas breiter und noch nicht umgenäht/nur gekrempelt, weil ich die Hose erst vor kurzem abschnitt.
Mit der Hose sollte ich öfters einkaufen ;-)

- geschafft: endlich mal wieder zur Arbeit. 3 Stunden. Dabei der Chefin begegnet, die ja nun von mir bescheid weiß (wegen Rente und PTBS). Es war ein sehr herzliches Gespräch. Mir kam sie immer sehr kühl und etwas biestig vor. Wer weiß was ich bei ihr ausgelöst habe...aber jetzt sind wir uns irgendwie näher und von meiner Seite aus auch sympathischer.

- gestutzt: ein paar Leute stehen vor der Tafel (sage und schreibe 13 Leute waren wir das letzte mal! Herrlich, könnt immer so sein) wir plaudern so...H. deutet auf A. der wegen MS im Rollstuhl sitzt und meint: "ja du hast es gut, hast deinen Stuhl immer dabei!" Ich stutze, halte den Atem an, das ist jetzt nicht sonderlich einfühlsam, der hockt da ja nicht zur Gaudi drin...A. aber lacht kurz auf und meint: "stimmt und ich steh nie dumm rum!"
Ok, dann hab ich auch mitgelacht.
Dabei hab ich ja selber erfahren, als ich mit Behinderten arbeitete wie oft die sich selbst auf die Schippe nahmen und drüber lachen konnten. Trotzdem...bei mir bleibt da eine Übervorsichtigkeit. Ja nix falsches sagen...

- bemerkt: ganz zarte Herbstanzeichen...uah ich will nicht! Ich war viel zu wenig draußen und unterwegs diesen Sommer, weil es mir sooft so bescheiden ging! Ich mag jetzt keinen Herbst...!!!!

-gestaunt:
http://www.schleckysilberstein.com/2017/08/crown-shyness-wenn-baumkronen-abstand-halten/

-Aussicht:
Heute noch zu P. rüber, ratschen, Kaffe trinken, im Garten hocken, Füße ins Planschbecken hängen lassen, Kinder beim spielen beobachten UND endlich ihren Hund kennenlernen. Darauf freue ich mich sehr!
Da das Wetter am Wochenende nicht so toll werden soll, muss ich mir noch paar Aufgaben überlegen. Rad putzen und an den Wänden mit Farbe bissl ausbessern muss definitif sein :-)

Dienstag, 15. August 2017

Laß fallen

Den Post von gestern nochmal ein wenig geändert. Denn es sind ja zwei paar Stiefel, einmal definitiv Krankheiten/Traumafolgen und die Hochsensibilität und Introversion.
Ist jetzt für mich stimmiger.

Heute morgen den altbekannten Druck gehabt: Schönes Wetter, ich muss raus. Wollt ich auch irgendwie, aber mir fiel nur See ein. Und der wird, da heute Feiertag ist, wohl schnell recht voll, bei angesagten 30 Grad.
Hab so überlegt...hmm nur kurz vielleicht, zur Bank muss ich ja eh...oder an den anderen See...hmmm...passte alles nicht so. Also erstmal zur Bank. Danach fiel mir ein: mensch warste schon lang nicht mehr im Wald! Ideal bei der Hitze und da sind viel weniger Menschen und überhaupt da fühl ich mich viel geschützter!
Da ich ja schon ne gute Strecke gefahren bin, reichte es nur rüber zum kleinen Wald. Aber auch das war schön...soo ruhig (bis auf herrliche Naturgeräusche), ich fand eine kleine Wiese, machte Brotzeit, las ein wenig und sah den Zirpen zu wie sie mit ihren Hinterbeinen zirpten oder dann in hohen Bogen davon sprangen...was muss das für ne Gaudi sein!
Sehr erholsam....

Und ich habe die Praxis (aus dem Buch *Wird schon wieder?*) LASS FALLEN! weiter geübt. Mit den Worten kann ich was anfange. Mit einem salbungsvollen "Lass die Gedanken wie Wolken vorbei ziehen"- eher nicht.
Meine Gedanken haben nämlich die blöde Angewohnheit sich aufzustauen zu einem üblen Gewitter.
Also immer wenn selbstgemachter Druck aufkommt, sorgenvolle, ängstliche Gedanken oder auch Ärger oder was auch immer gerade belastet: LASS FALLEN!

einatmen.
ausatmen.
lächeln.

Montag, 14. August 2017

Das wird schon wieder ?

Oder: ein Leben mit Krankheit

Bis jetzt habe ich größtenteils gegen die Krankheit gekämpft.
Auch gegen mich.
Gegen mein So-sein-wie-ich-bin.
Es muss doch besser werden. Anders irgendwie.
Ich muss doch funktionieren. Ich will...das und jenes machen.
Einerseits habe ich natürlich Krankheiten, andererseits vermischt sich das oft mit den Symptomen der Hochsensibilität und Introversion, die ja  keine Krankheiten sind, ich mich aber deswegen oft krank bis be-hindert fühle und sich die Symptome mit Angst/Anspannung/PTBS und Depression oft mischen bis ähneln.

Nun also ein anderer Blickwinkel. Leben MIT der Krankheit. MIT meinem So-sein. Was ich lange nicht wahrhaben wollte....
dazu fand ich ein sehr hilfreiches Buch.
Aus dem Klappentext:

Das wird schon wieder? Von Toni Bernhard.
Freude finden trotz Krankheit: Toni Bernhard, selbst seit vielen Jahren chronisch krank, hat aus ihrer buddhistischen Praxis Techniken und Einsichten entwickelt, die ihr helfen, mit ihrer belastenden Situation umzugehen. Sie hat ihre Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit aufgeschrieben und damit schon Tausenden von Menschen Inspiration und Ermutigung geschenkt. Eine der großen Lektionen des Buddhismus ist der heilsame Umgang mit Dingen, die man nicht ändern kann. Gerade von kranken Menschen wird oft erwartet, dass sie alles in ihrer Macht stehende tun, um wieder zu 'funktionieren'. Doch so sehr wir alle glauben wollen, dass wir unser Schicksal selbst in der Hand haben, gibt es Dinge, die wir nicht ändern können. Die Kunst, und darum geht es in diesem Buch, besteht darin, wie man trotzdem glücklich sein kann.

Es ist sehr angenehm zu lesen. Vor allem mit einem hohen Wiedererkennungseffekt: Die Autorin erkrankte an CFS (dem chronischen Erschöpfungssyndrom) und berichtet einerseits wie das bei ihr war/ist und wie sie damit auch mithilfe der buddhistischen Praxis umgeht. Ohne abgehoben oder zu theoretisch zu sein. Ganz nah am Leben! Ohne in Selbstmitleid zu verfallen.

Ich werde in nächster Zeit (und wahrscheinlich länger) intensiver damit arbeiten. Weil ich merke das mir das annehmen des Soseins bzw. des Zustands erstmal mehr bringt, als der Kampf dagegen. Auch wenn das nicht immer leicht ist, auch klar.

Wahrscheinlich werde ich mir noch ein weiteres ähnliches Buch zulegen aus dem man lesen kann:

Kranke, erhebt eure Häupter!
Lasst euch nicht blenden
Von den kommerziellen Zwängen
Die euch sagen wollen: Dein Leben ist im Minus!
Auch ihr seid
Ein Plus für diese Welt
Wenn ihr eure Häupter erhebt
Und euer Los mit der Würde tragt
Die jedem Menschen gilt
Nicht weil er gesund und schön
Erfolgreich und nützlich ist
Sondern weil er ein Mensch ist
Dem Gott ein Leben gegeben hat
Ein ganzes Leben
Für einen ganzen Menschen 


Das finde ich tröstlich.